Ratgeber

Fieber messen und senken

Fieber ist keine Krankheit, sondern eine durchaus sinnvolle Abwehrmaßnahme des Körpers, um sich der Erkältungsviren zu entledigen. Diese können nämlich der erhöhten Körpertemperatur nicht standhalten und sterben daher ab. Trotzdem ist das Fieber unangenehm, denn oft treten Beschwerden wie Gliederschmerzen, Schwächegefühl, Berührungsempfindlichkeit der Haut, Appetitlosigkeit oder Schüttelfrost auf.

Fieber messen

Es gibt viele verschiedene Methoden, um Fieber zu messen: im Mund (oral), unter dem Arm (axillar) oder im After (rektal). Neuerdings gibt es auch Geräte, die die Temperatur im Ohr messen. Je nachdem, wo man misst, bekommt man allerdings unterschiedliche Werte: So liegt beispielsweise die rektal gemessene Temperatur um ca. 0,5 Grad Celsius höher als in Mund und Ohr.

Daher sollten Sie sich für eine Methode entscheiden und dabei bleiben, um die Werte vergleichen zu können. Grundsätzlich gelten bei der Messung im Mund Temperaturwerte bis 37,5 Grad Celsius als normal, zwischen 37,6 und 38,5 Grad Celsius als erhöhte Temperatur. Erst bei höheren Werten spricht man von Fieber. Bei Körpertemperatur über 41 Grad Celsius besteht Lebensgefahr.

Behandlung

Die wichtigste Maßnahme bei Fieber ist Ruhe, am besten sogar Bettruhe. Denn die erhöhte Temperatur ist zwar eine notwendige Abwehrreaktion, belastet aber den Körper dennoch. Also verrichten Sie auf gar keinen Fall anstrengende Arbeit und verzichten Sie auch auf sportliche Betätigung.

Achten Sie darauf, den Körper warmzuhalten, denn Kälte belastet den ohnehin schon geschwächten Organismus zusätzlich. Eine Schwitzkur mit Holunder- oder Lindenblütentee stärkt die angeschlagenen Abwehrkräfte und hilft Ihnen, schneller wieder auf die Beine zu kommen.

Trinken Sie in jedem Fall viel Tee oder Mineralwasser, um den starken Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen und die erhöhte Atemfrequenz auszugleichen. Sinnvoll ist auch die frühzeitige Einnahme homöopathischer Mittel.

Es gibt verschiedene Kombinationspräparate, aber auch eine Reihe von Einzelpräparaten, die ganz speziell nach den Begleitbeschwerden ausgewählt werden. Das setzt gewisse Kenntnisse voraus, die man sich aber durchaus auch als Nichtmediziner aneignen kann. Ihr Apotheker wird Ihnen in jedem Fall gerne bei der Auswahl eines geeigneten Mittels behilflich sein.

Fieber senken oder nicht?

Da eine erhöhte Körpertemperatur eine durchaus wünschenswerte Abwehrmaßnahme des Körpers ist, sollte man bei leichtem Fieber noch keine Maßnahmen zur Senkung ergreifen, sondern abwarten und die Temperatur regelmäßig überprüfen.

Erst wenn Ihre Körpertemperatur 39 Grad Celsius überschreitet, das Fieber länger andauert oder Sie zu Fieberkrämpfen neigen, sind Mittel wie Wadenwickel oder Abkühlungsbäder angesagt. Es gibt auch Medikamente zur Fiebersenkung, besonders bewährt haben sich bei Erwachsenen die Schmerzmittel Paracetamol sowie Acetylsalicylsäure (ASS). Diese Medikamente helfen gleichzeitig auch gegen die plagenden Gliederschmerzen.

Bei Kindern sollte die Körpertemperatur alle zwei Stunden kontrolliert werden. Steigt das Fieber auf über 39 Grad Celsius oder hält es länger als drei Tage an, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Zur Fiebersenkung darf bei Kindern kein ASS angewendet werden, da es in äußerst seltenen Fällen eine lebensgefährliche Leber-Hirn-Erkrankung (Reye-Syndrom) auslösen kann. Stattdessen sollten Hausmittel wie feuchte, kalte Wadenwickel, lauwarme Brust- und Bauchwickel oder aber Paracetamol-Zäpfchen verwendet werden.

Wann zum Arzt?

Erwachsene sollten einen Arzt aufsuchen, wenn das Fieber mehrere Tage andauert oder über 40 Grad Celsius steigt.

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