Ratgeber

Gichtanfälle

Ein akuter Gichtanfall macht sich durch plötzlich auftretende und starke Schmerzen des betroffenen Gelenks bemerkbar. Dabei sind die betroffenen Gelenke äußerst berührungsempfindlich. Unbehandelt können Gichtanfälle drei Tage anhalten, wobei die Gichtattacken täglich länger dauern. Von einem Gichtanfall sind meistens folgende Gelenke betroffen:

  • Hand- oder Fingergelenke
  • Kniegelenke
  • Sprunggelenke
  • Zehengelenke

Gicht – was ist das?

Bei Gicht handelt es sich um eine Arthritisform, die sogenannte Arthritis urica, die unbehandelt zu Gichtanfällen führt.

Gicht ist eine Folgekrankheit von überschüssiger Harnsäure. Durch diesen Harnsäure-Überschuss können sich Harnsäurekristalle bilden, die sich an verschiedenen Körperstellen – besonders an Gelenken – ablagern.

Bei chronischer Gicht lagern sich die Harnsäurekristalle in hohem Maße in den Gelenken ab und manchmal kommt es nicht nur zur Beschädigung der Gelenke, sondern auch zu Deformierungen.

Auslöser für Gicht

Bei den meisten Betroffenen von Gicht kann ein Harnsäure-Überschuss nicht ausreichend abgebaut und ausgeschieden werden. Nur etwa zehn Prozent der Erkrankten produzieren Harnsäure in zu hoher Menge. Die Ernährung, das Geschlecht und die genetische Veranlagung sind für die Entstehung einer Gichterkrankung von Bedeutung.

Harnsäure entsteht durch den Abbau von Purinen. Diese natürlichen Stoffe befinden sich zum einen im Körper und zum anderen in einigen Nahrungsmitteln. Purinhaltige Ernährung, Übergewicht und Alkoholkonsum sind Risikofaktoren für die Entwicklung von Gicht.

Verändert sich beispielsweise plötzlich der Harnsäurespiegel durch übermäßigen Alkoholkonsum oder hohen Verzehr roten Fleisches, kann dies einen Gichtanfall auslösen. Der Harnsäurespiegel kann sich aber auch durch verschiedene Medikamente, psychische oder physische Traumata oder durch extremes Fasten plötzlich verändern.

Folgende Faktoren begünstigen oder lösen Gichtanfälle aus:

  • Ernährung mit purinreichen Lebensmitteln
  • hoher Alkoholkonsum ( besonders Bier)
  • Übergewicht
  • unzureichende Flüssigkeitsaufnahme (dadurch kann nicht genügend Harnsäure ausgeschieden werden)
  • extremes Fasten oder extreme Diät
  • häufige Einnahme von Aspirin, Niacin oder Mitteln zur Entwässerung
  • chronische Nierenkrankheiten
  • zu hoher Blutdruck
  • Schuppenflechte
  • Unterfunktion der Schilddrüse
  • Blutarmut
  • Tumor

Symptome bei Gichtanfällen

Bei einem Gichtanfall treten folgende Symptome auf:

  • Gelenkschmerzen und Schmerzen im umliegenden Gewebe
  • Rötungen
  • Schwellungen
  • Fieber

Zudem erhöht sich die Zahl der weißen Blutkörperchen.

Behandlung von Gichtanfällen

Ein akuter Gichtanfall wird in der Regel medikamentös behandelt. Beim chronischen Verlauf sollte neben der medikamentösen Behandlung eine Ernährungsumstellung erfolgen. Dabei sollten purinhaltige Lebensmittel vermieden werden, damit sich der Harnsäurespiegel reduzieren und langfristig normalisieren kann. Übergewichtige Personen sollten ihr Körpergewicht reduzieren. Zudem sollte auf Alkohol komplett verzichtet werden.

Mögliche Ursachen von Gelenkschmerzen

Über Gelenkschmerzen klagen rund 45 Prozent aller Personen über 45 Jahren. Schmerzende Gelenke, vor allem schmerzende Kniegelenke, sind also weit verbreitet. Häufig liegt die Ursache im Gelenkverschleiß (Arthrose). Es gibt aber noch andere Ursachen für Gelenkschmerzen. Zudem sind nicht nur ältere Menschen betroffen, sondern auch jüngere Leute können an schmerzenden Gelenken leiden.

Die häufigsten Auslöser für Gelenkschmerzen sind:

  • Arthrose (Gelenkverschleiß)
  • Bursitis (Schleimbeutelentzündung)
  • Bakteriell verursachte Arthritis
  • Borreliose
  • Gichtanfall

Zudem können Gelenkentzündungen schmerzende Gelenke verursachen:

  • Während oder nach einer Infektion
  • Bei Morbus Reiter
  • Bei Schuppenflechte
  • Bei Morbus Bechterew
  • Rheumatoide Arthritis

Folgende eher seltene Krankheiten führen zu Gelenkschmerzen:

  • Schmetterlingsflechte (systemischer Lupus Erythematodes)
  • Löfgren-Syndrom
  • Bluterkrankheit

Wann sollte bei Gelenkschmerzen ein Arzt konsultiert werden?

Treten Hautrötungen, Gelenkschwellungen oder Fieber auf, sollte der Arztbesuch nicht länger aufgeschoben werden. Ebenso sollte der Arzt konsultiert werden, wenn Gelenkschmerzen zu einschränkender Gelenkbeweglichkeit führen.

Die richtige Ernährung bei Gicht

Bei Gicht sollten möglichst wenige purinreiche Lebensmittel konsumiert werden. Es gibt ein paar Richtlinien für die Ernährungsweise bei Gicht.

Mehr pflanzliche als tierische Eiweiße

Tierische Proteine enthalten Purine, sodass an Gicht erkrankte Menschen täglich maximal 180 Gramm tierisches Eiweiß konsumieren sollten. Folgende Nahrungsmittel sind sehr purinhaltig:

  • Rotes Fleisch (Lamm, Schwein, Rind)
  • Verschiedene Fischsorten wie Hering, Thunfisch, Makrelen, Sprotten und Sardellen
  • Meeresfrüchte (Hummer, Garnelen)
  • Leber

Stattdessen sollten viele pflanzliche Proteine zu sich genommen werden, beispielsweise durch Hülsenfrüchte oder Nüsse.

Bei Übergewicht gesund abnehmen

Personen mit Übergewicht sollten auf gesunde Weise ihr Körpergewicht reduzieren. Dabei darf jedoch nicht extrem gefastet oder eine extreme Diät durchgeführt werden, da dies wiederum Gichtanfälle auslösen kann.
Alkohol meiden oder stark einschränken

Alkohol, vor allem Bier, sollte möglichst komplett gemieden, zumindest aber stark eingeschränkt werden. Durch Alkohol kann die Harnsäure weder gut verarbeitet noch richtig ausgeschieden werden. Bei einem Gichtanfall darf auf keinen Fall Alkohol getrunken werden. Wer nicht gänzlich auf Alkohol verzichten kann, sollte – außerhalb eines Gichtanfalls – täglich nicht mehr als 150 Milliliter Wein trinken. Generell empfiehlt sich jedoch der komplette Verzicht von Alkohol.

Genügend Trinken

Damit die Ausscheidung von Harnsäure erhöht wird, sollten täglich einige Liter Flüssigkeit aufgenommen werden. Dabei sollte in erster Linie frisches Wasser getrunken werden.

Kakao, Tee und Kaffee enthalten zwar Purine, aber diese Form führt nicht zur Verstoffwechslung zu Harnsäure, sodass an Gicht Erkrankte auf diese Getränke nicht verzichten müssen. Dennoch steht Wasser an erster Stelle der Getränkearten!

Gichtanfälle
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Autor: Robert Milan

Der Autor Robert Milan ist seit dem Jahr 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.
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