Intoleranzen

Laktoseintoleranz

Milch ist ein beliebtes Lebensmittel. Es gehört für viele Menschen zur ausgewogenen Ernährung. Leider sorgt der enthaltene Milchzucker bei immer mehr Menschen für Beschwerden. Diverse Beschwerden, wie Blähungen, Durchfall und starke Bauchschmerzen stehen an der Tagesordnung. Dass es sich um eine Laktoseintoleranz handelt, stellt sich für viele Betroffene erst nach langer Ärzteodyssee heraus. Doch was ist Laktoseintoleranz überhaupt?

Laktoseintoleranz ist eine Unverträglichkeit gegenüber Laktose. Laktose ist ein Zucker und ein natürlicher Bestandteil der Milch von Säugetieren. Genauer gesagt handelt es sich bei Laktose um Milchzucker. Deshalb wird die Laktoseunverträglichkeit auch als Milchzuckerunverträglichkeit oder Nahrungsmittel-Unverträglichkeit bezeichnet. Die Laktoseintoleranz kann angeboren sein oder im Lebensverlauf entstehen.

Was ist Laktose genau?

Der Milchzucker Laktose ist ein Zweifachzucker und besteht aus zwei Einfachzuckern. Diese beiden Zuckermoleküle sind Glucose und Galaktose. Glucose nennt sich in vielen Fachbüchern, Infoseiten und Broschüren auch Traubenzucker oder bei älteren Ausführungen Dextrose. Galaktose trägt die Bezeichnung Schleimzucker.

Wo liegt das Problem?

Nach dem Verzehr von laktosehaltigen Lebensmitteln wird der Milchzucker im Dünndarm normalerweise mit Hilfe des körpereigenen Enzyms Laktase in die beiden Einfachzucker Glucose und Galaktose gespalten. Denn nur gespalten ist unser Organismus in der Lage diese Bestandteile aufzunehmen. Zu Beginn ist der menschliche Organismus in der Lage diese Spaltung vorzunehmen.

Leidet jemand unter einer Laktoseunverträglichkeit ist dieser Prozess gestört. Der Vorgang der Spaltung durch Laktase ist entweder vollständig oder teilweise eingeschränkt. Der Organismus produziert zu wenig oder gar keine Lactase, also das Enzym, das zur Laktosespaltung benötigt wird.

Aufgrund dessen wird Laktose ungespalten in den Dickdarm weitergeleitet, ohne dass es in den Stoffwechsel aufgenommen werden kann. Dort entsteht das eigentliche Problem: im Dickdarm leben Darmbakterien, die Laktose abbauen. Während diesem Prozess entstehen Gase, die für die typischen Laktoseintoleranz Symptome sorgen und die Milchzuckerunverträglichkeit spürbar machen. Der Milchzucker macht quasi krank, weil der Körper ihn nicht richtig verwerten kann.

Welche Symptome sind typisch?

Eine Laktoseunverträglichkeit kann für Verdauungsstörungen verantwortlich sein. Wird die Intoleranz nicht erkannt und Milchzucker verzehrt, kann es häufig zu Durchfall, Blähungen und starken Bauchschmerzen sowie Krämpfen kommen.Diese Beschwerden sind typisch. Auch weitere unangenehme Gesundheitsbeschwerden können von Milchzucker verursacht werden. Darunter Verstopfung, Übelkeit, Blähbauch und vermehrt Bauchgeräusche sowie Luftaufstoßen. Selten kommt es zu Erbrechen, was verstärkt Kinder betrifft. Druckschmerzen im rechten Unterbauch kommen ebenfalls vor. Hier geht der Dünndarm in den Dickdarm über.

Weitere Symptome der Laktoseintoleranz

Allerdings kommen nicht nur die typischen Verdauungsprobleme zustande. Betroffene leiden manchmal unter anderem an depressiven Verstimmungen, innerer Unruhe, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel und Nervosität.

Beeinflussende Faktoren der Symptome und Ausprägung

Die Symptome und ihre Ausprägung werden von mehreren Faktoren beeinflusst. Neben der individuellen Ausprägung der Intoleranz spielen Menge und Art der verzehrten Lebensmittel, Zustand der Darmflora, körperliche und seelische Verfassung sowie die konsumierte Laktose-Menge eine entscheidende Rolle.

Die Lage in Deutschland

Allein in Deutschland leiden Schätzungen zufolge rund 15 Prozent der Bevölkerung an der Milchzuckerunverträglichkeit. Das entspricht ungefähr zwölf Millionen Menschen! Fast immer trifft es Erwachsene. Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen, weil die Intoleranz nicht geschlechtsspezifisch ist. Doch viele wissen es nicht, weil ihnen die Laktoseunverträglichkeit nicht bekannt ist. Beim Besuch verschiedener Ärzte wird diese Form der Intoleranz häufig nicht richtig diagnostiziert.

Ein gereizter Darm, Stress und ähnliches werden als Ursache für die Beschwerden genannt. Nach langem Ausprobieren von verschiedenen Medikamenten oder einer ungeeigneten Ernährungsumstellung bleiben die Laktoseintoleranz Symptome oder kommen regelmäßig wieder. Viele Betroffene nehmen tägliche Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen und ähnliches irgendwann hin, weil keine Lösung gefunden wird und Ärzte ratlos sind.

Bisher war die Milchzuckerunverträglichkeit wenig präsent. Doch in den letzten Jahren hat sich einiges getan und in immer mehr Fällen wird die Laktoseintoleranz erkannt. Die Sensibilisierung von Ernährungsberatern, Ärzten und der gesamten Bevölkerung nimmt merkbar zu.

Der Weg zur korrekten Diagnose verkürzt sich. Zudem ist in den Lebensmittelgeschäften in den letzten Jahren eine konkrete Veränderung zu beobachten. Die Branche reagiert auf die verstärkte Nachfrage für laktosefreie Produkte. Immer mehr Alternativen werden angeboten, die von Natur aus laktosefrei sind und eine entsprechende Ernährung erleichtern.

Problematik des schleichenden Prozesses

Wie bereits erwähnt, sind in der Regel fast ausschließlich Erwachsene von einer Laktoseintoleranz betroffen. Das Stellen einer Diagnose wird für Patient und Ärzte zusätzlich erschwert, weil sich die Intoleranz oft schleichend bildet. Meistens macht Milchzucker im Kindesalter keine Probleme.

Der Körper spaltet die Laktose problemlos. Die Verdauung befindet sich im Normalzustand. Doch mit zunehmendem Alter treten Verdauungsprobleme vermehrt auf, welche oft auf die Milchzuckerunverträglichkeit zurückzuführen sind. Der Darmtrakt verdaut nur noch wenig Laktose. Wird die Grenze überschritten und mehr Milchzucker verzehrt, wie der Körper abbauen kann, treten die Laktoseintoleranz Symptome auf.

Dieser Prozess geht schleichend vonstatten und kann sich über Jahre hinziehen. Genau das erschwert es die Ursachen auszumachen und zu definieren. Betroffene stehen ihren Schmerzen und Einschränkungen ratlos gegenüber und können sich nicht erklären, wo diese scheinbar „plötzlich“ herkommen. Dabei verstärkt sich die Laktoseunverträglichkeit unbemerkt. Die Wenigsten kommen auf Anhieb direkt auf eine Laktoseunverträglichkeit.

Weltweite Präsenz der Laktoseintoleranz

Im Vergleich zu Europäern gibt es Länder und Kontinente, die weitaus besser über das Thema informiert sind. Beispielsweise ist die USA ein Vorreiter was das Wissen um Laktoseintoleranz angeht. Dort sind die Menschen bestens mit der Problematik vertraut und es gibt viel weniger Betroffene, die ahnungslos bleiben und ihre Beschwerden als unabänderlich akzeptieren.

In Asien und Afrika leiden bis zu 90 % der erwachsenen Bevölkerung an der Laktoseunverträglichkeit. Im Vergleich ist die Anzahl in Deutschland gering. Der Grund für diese enormen Unterschiede wird in einer genetischen Veranlagung vermutet. Auch das unterschiedliche Essverhalten soll eine Ursache sein. Da der Verzehr von Laktose-Produkten bei Asiaten und Afrikanern generell viel geringer ist, nimmt die Laktaseproduktion nach und nach ab. Da wenig Lactase benötigt wird, reagiert der Körper und produziert weniger.

Formen der Laktoseintoleranz

Es gibt drei Formen der Laktoseintoleranz. Nimmt die Fähigkeit Milchzucker zu verdauen im Erwachsenenalter auf natürliche Weise ab, handelt es sich um den primären Lactasemangel. Diese Form ist am häufigsten verbreitet. Entsteht der Lactasemangel aufgrund einer anderen Unverträglichkeit oder Erkrankung, bezeichnet man dies als die sekundäre Form. Sehr selten kommt der kongenitale Lactasemangel vor. Dabei handelt es sich um eine angeborene, genetisch bedingte Form des Lactasemangels und einen lebenslangen Enzymdefekt.

Laktoseintoleranz ist keine Krankheit sondern normal!

Der primäre Laktasemangel ist die häufigste Ursache für eine Laktoseintoleranz. Die Lactase-Aktivität nimmt mit zunehmendem Alter auf natürliche Weise ab. Dieser Vorgang geht unwiederbringlich und kontinuierlich von statten und ist völlig natürlich. Daher ist die Lactaseaktivität als Säugling am höchsten.

In den ersten fünf Lebensjahren geht die Aktivität des Enzyms Laktase am stärksten zurück. Die Lactaseproduktion nimmt dann bis ins Erwachsenenalter ab. Mit zunehmendem Alter ist es daher völlig normal, dass sich eine Laktoseintoleranz entwickelt. Das wissen viele nicht! Die Natur hat es nicht vorgesehen, dass wir als Erwachsene Milch zu uns nehmen. Lediglich als Säugling ist die Ernährung mit Milch beabsichtigt.

Einige Wissenschaftler gehen soweit und sagen, dass die Lactase-Aktivität nur auf natürliche Art und zeitlich begrenzt vorliegt, damit Säuglinge während der Stillzeit mit der Muttermilch ernährt werden können. Anschließend wird die Lactase nicht mehr benötigt und dessen Aktivität langsam aber sicher zurückgefahren.

Warum leiden dann viele Erwachsene nicht unter einer Lactoseintoleranz?

Eine Minderheit der Weltbevölkerung profitiert von der genetisch bedingten Fähigkeit ihres Organismus, die Lactaseproduktion beizubehalten. Produziert der Körper im Erwachsenenalter weiterhin das Enzym Laktase in ausreichender Menge, liegt das an einer Mutation des LCT-Allels auf dem Chromosom 2, die vererbt wird.

Laktoseintoleranz ist keine Allergie

Häufig wird die Laktoseintoleranz als Allergie bezeichnet. Das ist nicht korrekt. Bei einer Allergie bildet der Körper Antikörper. Das ist bei einer Laktoseintoleranz nicht der Fall. Es werden auch keine Immunreaktionen ausgelöst, wie es bei Allergikern typisch ist.

Könnte auch ich eine Laktoseintoleranz haben?

Die Laktoseintoleranz führt zu verschiedenen Beschwerden. Da sich die Intoleranz individuell ausprägt, können sich die Symptome und deren Stärke von Patient zu Patient sehr unterscheiden! Es gibt keine Faustformel beziehungsweise keine genaue Richtlinie zum Orientieren. Allerdings sollten Betroffene, die regelmäßig unter den oben genannten Beschwerden, wie Durchfall, Bauchschmerzen und Blähungen leiden, eine Laktoseintoleranz in Betracht ziehen. Gut möglich, dass Laktose schuld an den Symptomen ist.

Wie kann ich herausfinden, ob ich betroffen bin?

Es gibt verschiedene Wege herauszufinden, ob eine Laktoseintoleranz vorliegt. Zum einen können Selbsttests zum anderen klinische Tests durchgeführt werden.

Selbsttests

Unter den Selbsttests gibt es mehrere Varianten. Eine besteht darin zwei bis drei Wochen auf laktosehaltige Lebensmittel zu verzichten. Tritt innerhalb dieser Zeitspanne eine Besserung auf oder verschwinden die Beschwerden komplett, ist davon auszugehen, dass die Symptome von Laktose verursacht werden.

Für Gewissheit sorgt nach dem zweiwöchigen Verzicht auf Milch und alle Laktose-Produkte das Trinken eines Glas Wassers mit gelöstem Milchzucker. Die Menge sollte zwischen 50 und 100 Gramm liegen. Kommt es innerhalb einiger Stunden zu typischen Symptomen, ist die Laktoseintoleranz sehr wahrscheinlich. Dieser Test nennt sich Expositionstest.

Eine andere Möglichkeit besteht in einem direkten Milch-Verzehr-Test. Dafür morgens auf nüchternen Magen ein komplettes Glas Milch trinken. Sollte es anschließend zu Blähungen, Durchfall oder Bauchschmerzen kommen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eine Laktoseunverträglichkeit vorliegt. Sollten keine typischen Symptome auftreten, sollte der Milch-Test wiederholt werden. Allerdings erst am nächsten Tag.

H2-Atemtest

Beim H2-Atemtest müssen Patienten in der Arztpraxis auf nüchternen Magen eine Testlösung trinken. Die Lösung besteht aus Wasser und einer bestimmten Menge Laktose. In den darauf folgenden zwei bis drei Stunden muss der Patient in regelmäßigen Abständen (meist alle 15 oder 30 Minuten) in ein Atemtestgerät blasen. Um hiermit auf eine Laktoseintoleranz testen zu können, sollten Betroffene Geduld mitbringen und sich den Tag freinehmen. Denn je nach dem können die Symptome stark ausfallen.

In der Atemluft wird die Wasserstoff-Konzentration gemessen. Sie gibt Aufschluss darüber ob eine Laktoseintoleranz vorliegt. Der umgespaltene Milchzucker wird in den Dickdarm weitergeleitet, wo Darmbakterien ihn zersetzen. Dabei entstehen drei Gase: Kohlendioxid, Methan und Wasserstoff.

Und 20 % des Wasserstoffs, der durch die Darmwand entweicht, gelangt in die Lungen und werden über die Atemluft abgeatmet. Dieser Prozess ermöglicht die Messung mit dem Atemtestgerät. Umso höher demnach der Wasserstoffgehalt in der Atemluft ist, desto ausgeprägter ist die Laktoseintoleranz.

Die Praxismitarbeiter notieren die Werte nach jeder Messung und befragen den Patient nach seinem Wohlbefinden. Die Symptome können je nach Ausprägung der Laktoseintoleranz und Verdauung erst nach einer Stunde oder später auftreten.

Laktose-Belastungstest durch Blutproben

Wie beim H2-Atemtest nehmen Patienten beim Laktose-Belastungstest die Testlösung zu sich. innerhalb von zwei Stunden werden im 30 Minuten-Takt Blutproben entnommen. Die bei der Spaltung von Laktose durch das Enzym Laktase freigesetzte Glucose, wird im Blut gemessen. Dieser Wert macht die Lactaseaktivität messbar.

Kann im Blut wenig oder keine Glucose nachgewiesen werden, liegt in der Regel ein Lactasemangel vor. Soll eine Laktoseintoleranz zuverlässig nachgewiesen werden, ist eher der H2-Atemtest zu empfehlen. Bei der Blutzuckermessung kann es zu ungenauen beziehungsweise falsch negativen Ergebnissen kommt.

Der Gentest

Beim Gentest wird die Laktoseintoleranz durch eine Blut- oder Speichelprobe festgestellt. Die Probe wird in einem Speziallabor untersucht. Dieser Test ist sinnvoll, um die Form der Laktoseintoleranz festzustellen. So wird mit dem Gentest nachgewiesen, ob eine primäre Lactoseintoleranz genetisch veranlagt ist. Ob es jemals zu Symptomen kommen wird und wann die Enzymaktivität in welchem Ausmaß nachlässt, kann der Gentest nicht beantworten. Daher machen Gentests nur Sinn, wenn die Milchzuckerunverträglichkeit bereits diagnostiziert wurde, aber die Form noch unklar ist.

Dünndarmbiopsie

Die direkteste Methode für einen Nachweis stellt die Dünndarmbiopsie dar. Dabei wird eine kleine Gewebeprobe im Dünndarm entnommen. Bei der mikroskopischen Untersuchung wird die Lactase-Aktivität exakt festgestellt. Die Dünndarmbiopsie ist daher die sicherste Form um die Laktoseintoleranz zweifelsfrei und eindeutig nachzuweisen. Die Schwere der Laktoseintoleranz kann genauestens festgestellt werden. Da die Dünndarmbiopsie aufwändig ist, kommt sie selten zum Einsatz.

Empfehlung

Grundsätzlich sollte ein H2-Atemtest beim Verdacht immer als Laktoseintoleranz Test angestrebt werden. Fällt dieser nicht eindeutig aus, kann er wiederholt werden. Ob und welche weiteren Tests notwendig sind, entscheidet der Arzt.

Umstellung der Ernährung bringt Heilung

Ist die richtige Diagnose gestellt, können die Beschwerden erfolgreich behandelt werden. Die Lösung des Problems hört sich zuerst einmal simpel an: Verzichten Sie auf Milch, Milchprodukte und gestalten Sie die Ernährung möglichst laktosefrei. Durch die moderne Lebensmittelindustrie ist das jedoch nicht so einfach, wie es scheint. Denn Laktose versteckt sich heute in vielen Lebensmitteln, in denen zunächst kein Milchzucker vermutet wird.

Grundsätzlich sind fast alle Produkte, die aus herkömmlicher Milch hergestellt werden nicht laktosefrei. Somit enthalten beispielsweise Käse, Joghurt, Quark, Schmand, Sahne, Butter und vieles mehr Laktose. Die Lebensmittelindustrie nutzt Laktose aufgrund bestimmter Eigenschaften auch zur Optimierung und Weiterverarbeitung von Lebensmitteln.

So enthalten viele Fertigprodukte und Tiefkühlware Laktose. Auch diverse Wurstsorten sind laktosehaltig. Es ist also weitaus schwieriger Laktose im Alltag zu meiden und die Ernährung umzustellen, als zu Beginn angenommen. Lediglich das Glas Milch am Morgen wegzulassen, reicht nicht aus, um die Verdauungsprobleme zu beseitigen. Die Ernährung muss grundsätzlich analysiert und geändert werden.

Laktosefreie Produkte und natürliche Alternativen

Zum Glück gibt es immer mehr laktosefreie Lebensmittel. Mittlerweile gibt es nicht nur laktosefreie Milch, laktosefreier Joghurt und laktosefreier Käse, sondern auch zahlreiche Alternativen, die beispielsweise mit Soja hergestellt werden. Durch chemische Vorgänge wird der Laktosegehalt in den laktosehaltigen Lebensmitteln reduziert. In vielen Fällen fast vollständig. Nachdem die zugeführte Laktase die Laktose gespalten hat, sind die Produkte für laktoseintolerante Menschen genießbar.

So reicht es bei einigen Menschen aus herkömmliche Lebensmittel wie Milch durch die Alternativen wie laktosefreie Milch auszutauschen. Bei ausgeprägter Laktoseintoleranz ist es aber sinnvoller auf von Natur aus laktosefreie Alternativen umzusteigen. Denn in Produkten, die nachträglich von der Laktose befreit werden, bleibt ein Restbestand zurück. Selbst diese minimalen Mengen in Käse, Milch und Ähnlichem können bei empfindlichen Personen für gesundheitliche Einschränkungen sorgen.

Laktosefreie Süßwaren gab es bis vor wenigen Jahren kaum. Mittlerweile bietet der Markt laktosefreie Schokolade, laktosefreie Kekse und Co. Auch beim Kochen dürfen sich Menschen mit Intoleranz auf jede Menge Unterstützung freuen. Es gibt viele laktosefreie Rezepte, die den Alltag bereichern und ein beschwerdefreies Genießen ermöglichen. Die Laktoseintoleranz Ernährung ist zwar zu Beginn eine relativ große Umstellung, aber nach einigen Wochen Eingewöhnung spielt sich der Umgang mit den Produkten ein.

Viele Lieblings-Rezepte können nach dem Austausch der laktosehaltigen Produkte durch laktosefreie Alternativen weiterhin genossen werden. Mit etwas Übung fällt es leichter laktosefreie Lebensmittel zu finden. Mit einer hilfreichen laktosefreie Lebensmittel Liste wird das Einkaufen und damit die Zusammenstellung der künftigen Laktoseintoleranz Ernährung komfortabler.

Wird vollständig auf laktosehaltige Produkte wie Milch, Käse, Joghurt und ähnlichem verzichtet, muss der daraus resultierende Kalziummangel ausgeglichen werden. Kalzium spielt bei einer gesunden Ernährung eine elementare Rolle. Ein langanhaltender Mangel kann verheerende Folgen haben. Der Mineralstoff wird hauptsächlich aus Milch und Milchprodukten aufgenommen und für verschiedenste Körperfunktionen benötigt.

Hilfe durch Laktase Tabletten

Neben der Umstellung auf eine Laktoseintoleranz Ernährung besteht die Möglichkeit auf Laktase Tabletten zurückzugreifen. Diese Tabletten enthalten das Laktase Enzym, das dem Organismus fehlt oder in zu geringen Mengen produziert wird. Diese Laktase Tabletten werden beim Verzehr von laktosehaltigen Lebensmitteln eingenommen. Die zugeführte Lactase spaltet die aufgenommene Laktose und trägt dazu bei, dass der Organismus die beiden Einfachzucker Galaktose und Glucose besser aufnehmen kann. Allerdings können die Präparate die Symptome nie zu 100% verhindern, sondern wirken eher unterstützend. Das Laktase Enzym wird auch als Kapseln und in Pulverform angeboten.

Dosierung gestaltet sich schwierig

Problematisch ist die Dosierung. Es gibt keine allgemein gültige Dosierungsanweisung für die Laktase Tabletten, was den Umgang extrem erschwert. Da zum einen die Ausprägung der Milchzuckerunverträglichkeit extrem unterschiedlich ausfällt und zum anderen die Laktosemenge in den Lebensmitteln nur bedingt bestimmt werden kann. Zudem ist die Wirksamkeit der Lactase-Produkte von der jeweiligen Enzymaktivität abhängig. Diese wird in FCC-Einheiten angegeben. Davon wird die Einschätzung der benötigen Menge zusätzlich erschwert.

Bei vielen Menschen ist es ein langer Prozess bis die richtige Dosis für verschiedenste Gerichte, Getränke und Lebensmittel gefunden ist. Für Laktoseintolerante heißt das, dass viel ausprobiert werden muss. Es gibt Richtlinien, die weiterhelfen. Aber die individuell beste Dosierung, die Verdauungsprobleme verhindert beziehungsweise weitestgehend mindert, muss jeder selbst ermitteln.

Laktase Tabletten Nebenwirkungen

Grundsätzlich sind Laktase Tabletten, da sie hauptsächlich aus dem Laktase Enzym bestehen, ungefährlich. Sie sind in vielen Drogerien, Reformhäusern, Apotheken und online rezeptfrei erhältlich und werden von verschiedenen Herstellern angeboten. Allerdings sollte Nutzern bewusst sein, dass es sich um künstlich produzierte Mittel handelt. In der Regel wird es aus Hefepilzen gewonnen.

Jede zusätzlich eingenommene Nahrungsergänzung muss vom Verdauungssystem aufgenommen und verarbeitet werden. Ein bewusster Umgang ist ratsam. Wer Lactase-Präparate regelmäßig einnehmen möchte, sollte das mit dem zuständigen Arzt absprechen. In Studien wurde ermittelt, dass es Laktase Tabletten Nebenwirkungen gibt, diese aber selten auftreten. Die Nebenwirkungen ähneln den Laktoseintoleranz Symptomen.

Grundsätzlich ist es in vielen Fällen sinnvoll zum größten Teil auf laktosehaltige Lebensmittel zu verzichten und nur bei Ausnahmen auf Laktase Präparate zurückzugreifen. Gerade beim Verzehr unterwegs ist die medikamentöse Unterstützung der Verdauung durch Laktase Präparate hilfreich. Denn oft erhalten Menschen mit Unverträglichkeit in Kantinen, Bäckereien oder Restaurants keine eindeutige Antwort auf die Frage, ob in den Speisen Laktose enthalten ist.

Gesund leben mit Laktoseintoleranz

Trotz aller Schwierigkeiten ist es nach einer Gewöhnungsphase möglich gesund und weitestgehend beschwerdefrei mit einer Milchzuckerunverträglichkeit zu leben. Durch die vorrangige Meinung laktosehaltiger Lebensmittel, die Verwendung von laktosefreien Alternativen und das gelegentliche Zurückgreifen auf Laktase-Präparate werden Mangelerscheinungen vermieden und eine gesunde Ernährung realisiert.

Zwar stellt die Ernährungsumstellung auf laktosefreie Produkte gleichzeitig ein Verzicht auf gewisse Dinge dar, doch durch die intensive Beschäftigung mit den Inhaltsstoffen von Lebensmitteln wird der Umgang damit bewusster. Das führt bei den Meisten dazu, dass sie sich langfristig gesünder ernähren. Es gilt die Laktoseintoleranz nicht als Krankheit, sondern eher als Chance zu sehen die Ernährung gezielt umzustellen und gesünder zu gestalten.

Laktoseintoleranz
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Autor: Robert Milan

Der Autor Robert Milan ist seit dem Jahr 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.
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