Schmerzen

Rückenschmerzen

Sie haben Rückenschmerzen?

Dann gehören Sie zu den 80 bis 90 % aller deutschen Bundesbürger, die mindestens 1 x im Leben an Rückenschmerzen leiden. Gehäuft treten Rückenschmerzen zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf. Bereits ca. 20 % unserer Kinder und Jugendlichen leiden an Haltungsproblemen oder klagen über gelegentliche Rückenschmerzen. Frauen sind in Deutschland mit 42 % häufiger betroffen als Männer mit 28 %.

12 % der Bevölkerung haben täglich Rückenschmerzen, 25 % der Bundesbürger gehen 1 x im Jahr wegen Rückenschmerzen zum Arzt. 38 % der Bevölkerung haben von Zeit zu Zeit Rückenschmerzen. 30 % der Arbeitsunfähigkeiten entstehend aufgrund von Beschwerden am Bewegungsapparat und durch Rückenschmerzen, auch Dorsalgien genannt.

Diese wenigen Zahlen zeigen schon die große Bedeutung der Erkrankungen die mit Rückenschmerzen einher gehen. Häufig führen Rückenschmerzen auch zur dauerhaften Arbeitsunfähigkeit.

Rückenschmerzen sind nicht gleich Rückenschmerzen

Vom leichten Ziehen über Muskelschmerz mit stechenden Schmerzen in die Beine, pelzigem Gefühl und Kribbeln in der Haut (Parästhesie) bis zu plötzlichen (akuten) Lähmungserscheinungen. Der Rückenschmerz kann sich auf vielfältige Art und Weise äußern.

Bei allen Rückenschmerzformen gilt: Fragen Sie Ihren Arzt. Bei plötzlich auftretenden Rückenschmerzen mit Lähmungserscheinungen und Störungen der Blasen-/Mastdarmfunktion verständigen Sie sofort den ärztlichen Notdienst.

Ihr Arzt wird Sie als erstes zur Krankengeschichte befragen. Beginn und Auftreten der Rückenschmerzen, Schmerzort, Schmerzqualität usw.. Oft können diese Fragen Aufschluss geben über die Ursache der Rückenschmerzen. Sie sollten Ihren behandelnden Arzt auch über große körperliche oder psychische Belastungen informieren.

Untersuchung:

Nach der Krankengeschichte werden Sie körperlich untersucht. Ihr Arzt wird sich die Haltung und Form der Wirbelsäule ansehen, nach Schmerz- und Druckpunkten suchen sowie nach schmerzhaften Muskelverspannungen, die Rückenschmerzen auslösen können. Es schließt sich bei der klinischen Untersuchung die Funktionsprüfung an. Hierbei wird die Beweglichkeit der Wirbelsäule geprüft. Bei der neurologischen (Nerven betreffend) Überprüfung werden die Muskeleigenreflexe (MER) an Armen und Beinen ausgelöst. Ihr Arzt wird die Muskelkraft untersuchen sowie Störungen des Gefühls (Sensibilitätsstörungen).

In den meisten Fällen reicht die Krankheitsgeschichte sowie die klinische Untersuchung aus, um die Ursache der Rückenschmerzen zu erkennen und die entsprechende Behandlung einzuleiten.

Sollte es notwendig sein, könnten sich noch Röntgenuntersuchungen anschließen, um weitere Ursachen auszuschließen. Bei ausgewählten Fällen wird noch die Computertomographie, die Kernspintomographie sowie evtl. die Szintigraphie durchgeführt.

An Laboruntersuchungen wird in den meisten Fällen noch ein kleines Blutbild sowie die Blutsenkung notwendig. Weitere Untersuchungen werden zur Absicherung bei unklaren Diagnosen angeschlossen.

Rückenschmerzen Symptome

Rückenschmerzen werden bereits im Vorfeld durch Symptome angekündigt. Diese sind meistens schmerzhafte Stechen bei bestimmten Bewegungen oder nach großen Anstrengungen und während des Hebens von schweren Lasten. Die Rückenschmerzen Symptome sollte man ernst nehmen, da sie sehr schnell stärker werden können und sogar chronisch werden können.

Bei gehäuften Schmerzattacken sollten Sie auf alle Fälle zu einem Arzt gehen. Dieser erstellt eine Diagnose und untersucht ob es knöcherne Veränderungen an den Wirbeln gibt oder ob sich die Bandscheiben stark abnutzen. Bei Rückenschmerzen Symptome sollte man nicht nur den Bereich zwischen Genick und Steißbein durchsuchen, da auch andere Erscheinungen Hinweise auf eine erkrankte Wirbelsäule geben können.

Ein Beispiel hier für ist der Ischiasnerv, welcher bis in den Unterbauch hinein strahlt und deshalb vor allem von Frauen als Regelschmerz oder Reizung der Eierstöcke wahrgenommen wird. Ein anderes Beispiel ist der im Volksmund genannte Hexenschuss (ein eingeklemmter Nerv), welcher unter anderem die Atmung behindern kann. Auch verschiedene Arten des Spannungskopfschmerzes gehören zu den Rückenschmerzen Symptomen. Sogar Schwindel bei schnellen Kopfbewegungen kann ein möglicher Hinweis auf eine beschädigte Wirbelsäule sein.

Motorikstörungen sind auch Rückenschmerzen Symptome

Einige Motorik- und Empfindungsstörungen können zu den Rückenschmerzen Symptome gehören. Das klinkt zwar merkwürdig, wird aber durch zu enge Nervenkanäle verursacht, welche dann die Signale in der Passage von den Händen zum Gehirn blockieren.

Dazu gehört auch das Gefühl der eingeschlafenen Hände und Unterarme. So sollte man seine Halswirbelsäule überprüfen lassen, wenn selbst bei normalem Gebrauch der Hände ein Taubheitsgefühl eintritt. Außerdem sollte man eine Messung der Nervenleitfähigkeit durchführen lassen, da auch das erste Anzeichen für Rückenschmerzen Symptome seien können.

Sport hilft bei Rückenschmerzen Symptome

Um Rückenschmerzen Symptome abzuschwächen gibt es einige einfache Möglichkeiten. Die wohl einfachste ist die Anschaffung einer Matratze, welche gut für die Wirbelsäule ist. Außerdem kann man durch richtiges Sitzen und gute Stühle die Symptome lindern.

Natürlich sollte man auch, vor allem bei Büroarbeit, einen Ausgleichssport betreiben um Symptome vorzubeugen. Hier bietet sich vor allem Schwimmen an, da man hier nicht viel falsch machen kann. Mit Hilfe physiotherapeutischer Unterstützung kann man die progressive Muskelentspannung lernen oder auch durch eine gezielte Entspannung die Symptome lindern.

Rückenschmerzen Ursachen

Man kann zunächst die häufigsten Ursachen der Rückenschmerzen unterscheiden.

  1. Die einfachen, unspezifischen und unkomplizierten Rückenschmerzen:

Hierbei wird der Schmerz je nach Bewegung stärker oder schwächer. Eine Reizung von Nervenwurzeln tritt nicht auf.

  1. Rückenschmerzen mit Nervenwurzelreizung durch Bandscheibenvorfall oder Verschleiß bedingte Einengungen des Rückenmarkkanals.  
  2. Spezifische Rückenschmerzen:

Er ist selten und tritt in weniger als 1 % aller Fälle auf. Hierbei lassen sich eindeutige Erkrankungen, die nicht ursächlich mit der Wirbelsäule und ihrer Funktion zu tun haben wie Knochenbrüche (Frakturen), Tumore oder Entzündungen feststellen.

Weitere mögliche Ursachen für Rückenschmerzen sind Erkrankungen des Kreuzbein-/Darmbeingelenkes oder Muskelverspannungen bei unterschiedlicher Beinlänge oder auch Wirbelsäulenverkrümmungen (Skoliose).

Bei krankhaften Veränderungen (degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen) liegt unter Umständen eine körperliche Ursache vor. Hierbei wird je nach Lage der Veränderungen an der Wirbelsäule unterschieden nach

  1. a) Cervicalsyndrom = Ursache im Halswirbelsäulen(HWS)-Bereich
  2. b) Thoracalsyndrom = Ursache im Brustwirbelsäulen(BWS)-Bereich
  3. c) Lumbalsyndrom = Ursache im Lendenwirbelsäulen(LWS)-Bereich

Neben den unspezifischen Rückenschmerzen können Rückenschmerzen durch Reizung der Nervenwurzeln auftreten. Dabei spricht der Mediziner von radikulärer Symptomatik. Bei der Reizung von Nervenwurzeln kann ein Nervenstrang (monoradikulär) oder mehrere Nervenstränge (polyradikulär) betroffen sein.

Für die spätere Behandlung ist ausschlaggebend ob die Rückenschmerzen akut oder chronisch-rezidivierend (wiederkehrend) oder chronifiziert auftreten.

Sollten die Rückenschmerzen nicht länger als 4 Wochen andauern, spricht man von akuten Rückenschmerzen.

Häufige Ursachen der Rückenschmerzen

Hexenschuss:

Hexenschuss ist ein volkstümlich geprägter Begriff. Ein Hexenschuss ist dabei der plötzlich auftretende Schmerz in der Hüft- oder Kreuzgegend, der einen oftmals zwingt, sich nur noch gekrümmt, wenn überhaupt, bewegen zu können. Die typischen Symptome sind starke Schmerzen bei einer aufrechten Haltung und ziehende Schmerzen, sowie Kribbeln vom Lendenbereich bis zu den Zehen. Die Hauptursache für diese Beschwerden ist ein eingequetschter Ischiasnerv.

Durch eine falsche oder zu hohe Belastung oder ruckartige, falsche, Bewegungen, kann das Problem auftreten. Meistens klingt ein Hexenschuss wieder ab, bei längeren Beschwerden, vor allem wenn auch Die Verdauung beeinträchtigt wird, sollte aber ein Arzt konsultiert werden. Auch normaler Rücken- oder Kreuzschmerz, der medizinisch als Lumbago bekannt ist, kann als Hexenschuss empfunden und benannt werden. Die Abgrenzung ist, da es eine volkstümliche und umgangssprachliche Benennung ist, eher schwierig.

Was kann man tun, wenn einen der Hexenschuss ereilt?

Die Behandlung differiert, je nachdem welche medizinische Ursache vorliegt. Ischialgie ist streng genommen eine Sonderform eines Bandscheibenvorfalles. Daher kann auch sie mit Ruhe und Wärme behandelt werden und muss gegebenenfalls operativ behandelt werden, wobei auch eine künstliche Bandscheibe zum Einsatz kommen kann. Generell aber, auch bei Rückenschmerzen, ist Prophylaxe das beste Mittel.

Denn durch Vermeidung zu einseitiger oder falscher Belastung kann man die Gefahr eines Hexenschusses deutlich senken. Bei Rückenschmerzen sind oftmals Nerven eingeklemmt oder Muskeln verspannt. Ruhe, Wärme, gezielte kleine Bewegungseinheiten und Massagen sind hierbei die typischsten und schnellstmöglich helfenden Ansätze. Nichtsteroidale Entzündungshemmer und Muskelrelaxanzien können von medizinisch-medikamentöser Seite helfen, einen Hexenschuss in den Griff zu bekommen.

Ischialgien (Ischias):

Dies wird als lumbales Reizsyndrom bezeichnet. Die Rückenschmerzen entstehen in der LWS, häufig durch einen Bandscheibenvorfall verursacht und reizt eine oder mehrere Nervenwurzel. Hierbei zieht ein ausstrahlender Schmerz ins Bein, häufig bis in die Zehen. Es kann zu Gefühlsstörungen und Kraftverlust kommen.

Skoliosen:

Hierbei handelt es sich um Rückenschmerzen durch Verkrümmungen und Verdrehungen der Wirbelsäule. Dies kann bereits beim Kleinkind und im Kindesalter auftreten. Hier sollte bereits bei den Vorsorgeuntersuchungen auf Haltungsschäden durch den Kinderarzt geachtet werden. Ggf. müssen bei häufigen Rückenschmerzen Behandlungsmaßnahmen eingeleitet werden, hier insbesondere die krankengymnastische Behandlung sowie eine regelmäßige sportliche Betätigung.

Morbus Scheuermann (Scheuermann’sche Erkrankung):

Hierbei handelt es sich vermutlich um eine genetisch bedingte Wachstumsstörung im BWS-Bereich, die zwischen dem 12. und 15. Lebensjahr auftritt.

Statisch-muskuläre Insuffizienz:

Hierbei handelt es sich um Rückenschmerzen bei einer schwachen und schlaffen Rückenmuskulatur. Es kommt zu einem Verlust der Stabilität im Bereich der kleinen Wirbelgelenke. Dies muss durch eine verstärkte Muskelarbeit ausgeglichen werden und kann bei Dauerbelastungen zu schmerzhaften Muskelverspannungen führen.

Rückenschmerzen bei seelischen Belastungen:

Rückenschmerzen können ebenso bei seelischen Belastungen im Alltag oder im Beruf als auch durch Stressbelastungen hervor gerufen werden. Hierbei finden sich oft keine körperlichen Ursachen bei der Untersuchung durch den Arzt.

Ärzte und Psychologen sagen, Schmerz sei zum Teil körperlicher (physischer) und z. T. seelischer (psychischer) Natur. Muskuläre Schmerzen oder/und Sehnenansatzschmerzen werden besser ertragen, wenn man sich entspannt und aktiv fühlt.

Behandlung bei Rückenschmerzen:

So vielfältig wie die Ursachen, Auslöser und Faktoren für Rückenschmerzen sein können, so vielfältig sind die Behandlungsmethoden.

Generell gilt, dass mehr Bewegung, Stärkung der Rückenmuskulatur (Rückenschule) und Beseitigung von Fehlhaltung und ihrer Ursache wie z. B. schlechte Ausstattung des Arbeitsplatzes, Verbesserung der Schlafposition entscheidend zum Abklingen der Rückenschmerzen und zur Vorbeugung von chronischen Rückenschmerzen beitragen.

Selbst bei starker radikulärer Symptomatik mit leichten Lähmungserscheinungen und Gefühlsstörungen ist ein operativer Eingriff nicht in jedem Fall zwingend notwendig.

Wärme-Anwendungen bei Rückenschmerzen:

Hierdurch werden Rückenschmerzen und Muskelkrämpfe durch jede Art von Wärme-Anwendung gelindert. Es werden sowohl Elektrotherapien (Kurzwelle, Rotlicht) als auch Packungen eingesetzt.

Entlastung bei Rückenschmerzen:

Bei radikulären Rückenschmerzen helfen häufige Entlastungslagerungen wie Stufenbett oder der Schlingentisch um eine Linderung zu erbringen.

Massagen bei Rückenschmerzen:

Massagen stehen nicht im Vordergrund der Behandlung, sie können aber zur Lockerung von verspannter Muskulatur beitragen.

Krankengymnastik bei Rückenschmerzen:

Wie beim Sport wird hier die Beweglichkeit und Belastbarkeit von Muskeln und Gelenken durch gezielte Übungen verbessert.

Rückenschule bei Rückenschmerzen:

Speziell ausgebildete Krankengymnasten oder Physiotherapeuten vermitteln Dehn-, Streck- und Beugeübungen, die den gesamten Bewegungsapparat bei Rückenschmerzen festigen, belastbarer und beweglicher machen. Die Rückenschule ist ein Aufbautraining für geschwächte Rücken sowie ein Verhaltenstraining, damit kritische Belastungen vermieden werden können. Die aktive Bewegung ist dabei die wirksamste Komponente.

Ergänzt wird die krankengymnastische Behandlung bei Rückenschmerzen durch die Medizinische Trainings-Therapie (MTT). Die Muskulatur wird dabei an speziellen Fitnessgeräten unter Aufsicht von geschulten Physiotherapeuten aufgebaut.

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Autor: Robert Milan

Der Autor Robert Milan ist seit dem Jahr 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.
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