Ratgeber

Tourette-Syndrom

Bei der nach dem französischen Arzt Georges Gilles de la Tourette bezeichneten Erkrankung Tourette-Syndrom handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, die vor allem wegen der Tics bekannt ist. Diese Nervenerkrankung hat möglicherweise genetische Ursachen. Für den Betroffenen ist die Erkrankung ebenso belastend, wie für seine direkte Umgebung. Die Gesichts- oder Nervenzuckungen werden von der Umwelt oft belächelt, für den Betroffenen sind sie alles andere als lustig.

Was passiert beim Tourette-Syndrom?

Bis heute weiß man nicht so genau, wie das Tourette-Syndrom entsteht. Die Erkrankung wird jedoch überwiegend als genetisch bedingt angesehen, ganz selten tritt sie auch als nicht-erblich auf. Häufig beginnt sie im Kindesalter und kann bis zum Eintritt der Pubertät verstärkt werden. Manchmal verschwinden die Tics, die typischen Symptome der Krankheit, dann auch wieder teilweise oder ganz. Viele Menschen haben dagegen ein Leben lang mit den Symptomen zu kämpfen.

Das Tourette Syndrom wird damit beschrieben, dass der ganze Körper außer Kontrolle geraten kann. Zuckungen und Bewegungen, die nicht angehalten und nicht kontrolliert werden können, sind die sogenannten Tics.

Das kann von einem Räuspern über andere Töne, Tierlaute, aber auch durch die Äußerung von Kraftausdrücken und Worte aus der Fäkalsprache bis hin zu Kopfbewegungen reichen. Egal, wie der Betroffene die Tics äußert, er kann sie nicht verhindern und auch nicht abstellen. Das führt natürlich im Umfeld des Erkrankten zu verschiedenen Reaktionen, Blicken oder Bemerkungen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Es ist natürlich auffällig und der Betroffene merkt selbst am Besten, dass er die Tics und Äußerungen nicht unterdrücken kann. Gerade bei Kindern kann das zu Konflikten mit den Eltern, den Lehrern oder auch den Mitschülern und Freunden führen. Alleine schon aus diesen Gründen wird recht schnell der Arzt aufgesucht.

Auch wenn in diesem Moment noch nicht der Zusammenhang mit dem Tourette Syndrom vermutet wird. Außerdem ist nicht alles damit in Verbindung zu bringen, was auffällig ist, meistens sind mehrere motorische Tics und mindestens einer im Sprachgebrauch vorhanden, welcher Art ist dabei individuell.

Der Arzt wird auf jeden Fall eine sehr gründliche Befragung durchführen, und wenn eine erste Vermutung gestellt wird, können dadurch andere Erkrankungen ausgeschlossen werden. Die für das Tourette-Syndrom typischen Tics bleiben länger als ein Jahr erhalten, sind sie nur von kurzer Dauer und verschwinden ganz, spricht der Fachmann von einer Ticstörung.

Treten hingegen auch motorische und vokale Tics auf, liegt der Verdacht auf das Tourette-Syndrom nahe. Eine differenzierte Diagnostik ist sehr wichtig, da besonders Kinder, die an Tourette erkrankt sind, auch noch eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung haben. Schnell werden die Tics dann dieser Erkrankung zugeordnet und die eigentliche Belastung wird übersehen. Gegebenenfalls wird auch die Messung der Hirnströme vorgenommen, um den Befund erheben zu können.

Die Behandlung des Tourette Syndrom

Bis heute ist das Tourette-Syndrom nicht heilbar. Es wurden zwar Fälle bekannt, wo die Symptome wieder verschwanden, aber dafür konnte keine angewendete Behandlung zugeordnet werden. Es können jedoch Medikamente verabreicht werden, die eine Reduzierung der Tics bewirken sollen. Auch ein Verhaltenstraining kann dazu erlernt werden. Die tiefe Hirnstimulation oder auch ein Neurofeedback können ebenfalls eingesetzt werden.

Bei der Entscheidung für die Behandlung spielt aber immer die individuelle Problematik eine große Rolle. Auch Neuroleptika kommen bei der Behandlung des Tourette-Syndrom zum Einsatz. Ebenso kann es hilfreich sein, durch eine spezielle Therapie die Tics durch andere, unauffälligere Handlungen zu ersetzen.

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